Über uns

An dieser Stelle gestatten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen. Anhand der folgenden Informationen erfahren Sie Genaues über unsere Philosophie, unsere Historie u.v.a.m. – ESPABAU im Portrait.

Wer wir sind

Älteste praktizierende Bremer Wohnungsbaugenossenschaft

1893 begann der “Eisenbahn Spar- und Bauverein Bremen” als eingetragene Genossenschaft Häuser und Wohnungen zu bauen. Gleichzeitig wurde ein Sparsystem entwickelt, das Wohnungsbau finanzieren half und den Sparern attraktive Zinsen brachte.

An diesem Grundprinzip hat sich bis heute nichts geändert. An den verschiedensten Stellen der Stadt ist ESPABAU derzeit als attraktiver Wohnungsanbieter aktiv: Mit  Mietwohnungen – für Bewohner mit und ohne B-Schein – sowie durch Reihenhäuser und Eigentumswohnungen, die an die Mitglieder der Genossenschaft verkauft werden.

Eine Genossenschaft bezieht ihre Stärke

Rund 6.000 Bremer haben ihre Anteile bei ESPABAU gezeichnet. Sehr oft sind sie seit Jahrzehnten dabei und regelmäßig gibt es 50-, 60- und 70-jährige Jubiläen in der Mitgliedschaft. Ähnlich lang wohnen viele ESPABAU-Mitglieder in ihren Wohnungen. Und für die älteren Mitglieder bietet unsere Genossenschaft Seniorenwohnungen in Findorff an, in denen sich “gewachsene Hausgemeinschaften” über viele Jahre hinweg erhalten.

ESPABAU: Was wir machen unter

Broschüre

Geschichte

Am Anfang stand Wohnungsnot

Die Eisenbahner des vergangenen Jahrhunderts waren Pioniere. In Bremen befand sich die Bahn in der Aufbauphase, viele ihrer Handwerker, Angestellten und Beamte wohnten unweit der Schienenstrecken in Findorff. Der Wohnraumbedarf jener Zeit konnte nicht mit dem Angebot Schritt halten. Die Mieten stiegen, vermietet wurden teilweise die letzten Löcher.

Die Eisenbahner um den Schmied Heinrich Helmbrecht wußten um die Genossenschaftsbemühungen Hermann von Schulze-Delitzsch und Friedrich Raiffeisen. Und sie erkannten die Möglichkeiten des Genossenschaftsgesetzes, das gerade erst in Kraft getreten war.

Am 30. Juli 1893 konnte Heinrich Helmbrecht in den Centralhallen 57 seine Kollegen von der Eisenbahn begrüßen. Mit ihnen gemeinsam gründete er die “Eisenbahn Spar- und Bauverein Bremen eG” und wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt. Dies geschah selbstverständlich in ehrenamtlicher Funktion. Und damit begann der Aufstieg einer erfolgreichen Genossenschaft.

“Beim Torfbassin”, an der heutigen Eickedorfer Straße, wo früher einmal die Torfkähne aus dem Moor anlandeten, erstellten die Eisenbahner ihre ersten Häuser. Und noch vor der Jahrhundertwende wurden daraus 44 Häuser mit 79 Wohnungen. Die ehrenamtliche Verwaltungsarbeit wurde am Sonntag erledigt, ebenso das Kassieren der Mieten.

Einen kräftigen Schub in der Entwicklung unserer Genossenschaft brachte die Zusammenarbeit mit der Pensionskasse der Preußisch-Hessischen Eisenbahn. Durch die von ihr zinsgünstig bereitgestellten Kredite wurden viele Häuser und Wohnungen an der späteren Grünberg- und Buddestraße gebaut sowie das Gelände für den Breitenbachhof in Gröpelingen erworben. Auch an der Winterstraße entstanden besonders schön gelegene Mehrfamilienhäuser.

Mit ihnen stieg die Bilanzsumme auf über 2 Mio. Mark, zur Verwaltung wurde das Geschäftszimmer eingerichtet. Mehr als 900 Mitglieder hielten damals beinahe 1000 Geschäftsanteile und 30.000 Mark Spareinlagen, als der 1. Weltkrieg die Weiterentwicklung jäh unterbrach.

Eigene Häuser für die Eisenbahner in Hemelingen

Die Aufgaben der Genossenschaft waren stets dreigeteilt. Für die Mitglieder wurden Mietwohnungen gebaut, ihre Spareinlagen zinsgünstig angelegt und sogenannte “Erwerbshäuser” verkauft.

Besonders aktiv war dabei die “Dependance” unserer Genossenschaft, der “Eisenbahn-Heimstätten Bau- und Sparverein Hemelingen”, der bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges 120 wunderschöne Ein- und Zweifamilienhäuser an die damals so genannten “Hauseigner” verkaufte.

Auch in Hemelingen wurden Mietwohnungen gebaut, unter ihnen die Schloßparksiedlung. Erst 1940 gemeindete Bremen die kleine preußische Ortschaft Hemelingen ein, dadurch ergab sich die Gelegenheit zum Zusammenschluß der beiden Genossenschaften.

Bis dahin hatte sich die Genossenschaft in Findorff ebenfalls wesentlich ausgeweitet. An der Borgfelder Straße und der Herbststraße, an der Eickedorfer Straße, der Hemmstraße und der Katrepeler Straße waren Wohnungen entstanden, der Breitenbachhof in Gröpelingen fertiggestellt. Die Gesamtzahl der Wohnungen stieg auf über 1200.

In diese Zeit fällt auch die Ausgabe der ersten festverzinslichen Schuldverschreibungen, die für die Genossenschaftsmitglieder eine sichere Vermögensanlage und für die Genossenschaft willkommenes Baugeld darstellten.

Max Gundelach, Eisenbahn-Betriebsingenieur, gestaltete die Arbeit unserer Genossenschaft ganz wesentlich. Er gehörte dem Aufsichtsrat und dem Vorstand rund ein halbes Jahrhundert – von 1905 bis 1954 – an.

50 Jahre alt – und an den Grundfesten getroffen

Mit der “Machtübernahme” 1933 kam für alle Genossenschaften die Gleichschaltung. Verdiente und bewährte Mandatsträger aus Aufsichtsrat und Vorstand verloren aus politischen Gründen ihre Positionen.

Mit der wirtschaftlichen Scheinblüte stieg die Zahl der Mitglieder. Es entwickelte sich dabei eine rege Bautätigkeit.

Mit dem 50. Geburtstag der Eisenbahn Spar- und Bauverein eG begann das dunkelste Kapitel. Allein die Geschäftsstelle wurde zwischen 1943 und 1945 viermal ausgebombt, zerstört, verbrannt, geplündert.

Neues Leben blüht aus den Ruinen

Im Wohnungsbestand war die Bilanz kaum weniger desolat: 108 Häuser mit 375 Wohnungen total zerstört, 36 Häuser mit 172 Wohnungen waren teilzerstört oder schwer beschädigt und 82 Häuser mit 355 Wohnungen beschädigt.Insgesamt waren 43 % des Bestandes betroffen. Im Kernbestand in Findorff waren nahezu zwei Drittel der Wohnungen unbrauchbar.

Zu den Genossenschaftsmitgliedern, die ihre Wohnungen verloren hatten, kamen die geflüchteten Eisenbahner aus dem Osten.

Sehr viel Not und Elend konnte in jenen Tagen von den Aktiven unserer Genossenschaft gelindert werden. Und jeder, der noch über unzerstörte vier Wände verfügte, leistete durch Einquartierungen seinen Beitrag.

Das Wirtschaftswunder kommt mit Riesenschritten

Der Anfang war schwierig. In der D-Mark-Eröffnungsbilanz am 21. Juni 1948 standen noch 3 Mio. Mark, die Spareinlagen wurden mit 242.300 Mark bewertet und etwa 2400 Mitglieder waren der Genossenschaft erhalten geblieben.

Sowohl die Bundesbahn in der Fürsorgeverpflichtung für ihre Mitarbeiter wie auch Land und Stadtgemeinde Bremen halfen bei der Finanzierung von Reparaturen und Neubauten.

Dies war die Zeit der Kühlschränke und Waschautomaten, der Zentralheizungen und der “Elektrifizierungen” der Küchen, die plötzlich nur noch halb so groß waren, wie noch Jahre zuvor.

Es war aber auch die Zeit der Öffnung der Genossenschaft. Denn jetzt konnten nicht nur Eisenbahner Mitglied werden.

Zwischen der Währungsreform und dem 75. Geburtstag von Espabau 1968 entstanden 1500 Wohnungen. Die Zahl der Mitglieder stieg auf über 3.300, die Bilanzsumme auf 35,4 Mio. Mark.

Dies war die Zeit des stürmischen Wachstums, einer Entwicklung, in deren Mittelpunkt vor allem das Weidedamm-Viertel stand.

Senioren gehören nicht aufs Abstellgleis

Auch die 70er Jahre brachten der Eisenbahn Spar- und Bauverein eG noch Zuwachs und Fortentwicklung. “Wir haben Vertrauen – wir bauen weiter!” – lautete eine Losung aus dieser Zeit, in der zusätzlich die bedarfsgerechte Bebauung den Bestand veränderte.

Mit “Jan Reiners” konnten 1972 die ersten 34 Seniorenwohnungen ihrer Bestimmung übergeben werden, inzwischen bewirtschaftet Espabau bereits drei derartige Projekte. Die Pflege des vorhandenen Wohnungsbestandes besitzt im Hause Espabau eine hohe Priorität.

Als Beispiel dafür gilt nicht allein der Breitenbachhof in Gröpelingen, einer der Traditionsbauten der Genossenschaft, sondern auch viele liebevoll erhaltene und modernisierte Gebäude in Findorff. Laufend wurde auch die Technik den zeitgemäßen Anforderungen angepaßt.

Zeitgleich spielte seit rund zwei Jahrzehnten die Entwicklung des Weidedamm-Viertels eine dominierende Rolle. Hier ist in geradezu vorbildlicher Weise die Arrondierung traditioneller Wohnbezirke.

Aufgabe und Erfolg der handelnden Personen

Wie keine andere Rechtsform in der Wohnungswirtschaft ist die Genossenschaft darauf angelegt, Menschen einzubeziehen, sie zu beteiligen, ihnen Verantwortung zu geben. In der Geschichte von ESPABAU gibt es sehr viele aktiv handelnde Personen, die entscheidend zum Erfolg dieses Unternehmens beigetragen haben.

Nicht nur der Schmied Heinrich Helmbrecht, der als Wortführer der Gründer in die Geschichte unserer Genossenschaft eingegangen ist. Auch Max Gundelach, ein Eisenbahn-Betriebsingenieur, der von 1905 bis 1954 den Gremien von ESPABAU angehörte.

Dieser Grundstock wird von den heutigen “Machern” Eckhardt Gollkowski, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates sowie den Mitgliedern des Vorstandes mit dem Vorsitzenden Herrn Eisinger fortgeschrieben.

Die Zeichen stehen auf Neubau

1993 sehen wir als einen besonderen Eckpunkt in der Unternehmensgeschichte an”, heißt es im diesjährigen Jubiläumsgeschäftsbericht von ESPABAU. Der bisher so erfolgreiche Weg solle auch während der kommenden Jahre mit Elan und Pioniergeist fortgeführt werden.

Ganz aktuell sind 40 Mietwohnungen und 15 Verkaufshäuser in der Planung, für bereits projektierte Objekte gibt es Wohnungsplanungen in 3-stelliger Größenordnung. Dabei sind auch stets Häuser, die anschließend an Genossenschaftsmitglieder verkauft werden, sowie Gewerbeobjekte zur Erschließung der Wohnquartiere.

Für den Beginn des 2. Jahrhunderts in der Geschichte der Eisenbahn Spar- und Bauverein eG gilt noch immer die Losung: “Wir haben Vertrauen, wir bauen weiter!” Gleichzeitig wird auch zukünftig der Bestand mit großer Sorgfalt gepflegt und weiterentwickelt, um die älteste Wohnungsgenossenschaft im Lande Bremen als leistungsfähiges Unternehmen mit der Kraft einer starken Mitgliedschaft zu erhalten.